Meist bei Frühlingsbeginn treten Fettpölsterchen durch die leichte und engere Kleidung an exponierten Stellen zum Vorschein. Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen an und ein Bedürfnis nach Aufbruch und Veränderung macht sich breit. Es ist Zeit für einen Frühjahrsputz, sowohl äußerlich als auch innerlich.
Die sportlichen Aktivitäten werden regelmäßiger und der Umsatz von Diät- und Magerprodukten steigen in die Höhe. Dieses Fasten verfolgt einen Selbstzweck. Durch Gewichtsabnahme will man in den Bikini passen und vor dem anderen Geschlecht eine gute "Figur" machen.
Die Fastenzeit gibt vielen Menschen einen Anlass, einen Schubs den "inneren Schweinehund" zu besiegen um den Körper und das Leben zu entrümpeln.
Interessant zu beobachten ist auch das "Traditions-Fasten" am Aschermittwoch und Karfreitag. Wir achten peinlich genau darauf an diesen Tagen weder Fleisch noch Wurst zu uns zu nehmen und "fasten" statt dessen nicht selten bei einem mehrgängigen Fischmenü.
Die Fastenzeit hat allerdings den Ursprung im christlichen Glauben und hat weder mit bewusster Ernährung, mit Äußerlichkeiten noch mit üppigem Heringsschmaus zu tun.
Im gläubigen Fasten mache ich Platz um mein Innerstes mit etwas Wertvollem zu füllen. Durch den Verzicht auf feste Nahrung erinnert mich mein Hungergefühl unentwegt an mein Vorhaben und kann so konzentrierter auf Gott hören und mit ihm reden. Durch das Fasten verleihe ich meinem Anliegen (Gebet) vor Gott Ernsthaftigkeit. Bei Not und Leid wird neben der Bitte (Gebet) auf Hilfe auch das Fasten vor Gott wichtig.
So wie vorgegebene Gebete nur Lippenbekenntnisse sein können, so hat auch das Fasten ohne innere Konzentration und ernsthafte Einstellung vor Gott keinen Wert.
- Ein rechtes Fasten ist keine Wellness - Aktion.
- Ein rechtes Fasten soll man nicht nach außen Tragen um Bewunderung zu erlangen.
- Ein rechtes Fasten ist nicht an Zeiten und Rituale gebunden.
- Ein rechtes Fasten ist ein persönliches Vorhaben, das nur für Gott bestimmt ist.
- Ein rechtes Fasten ist innerste Bußgesinnung und Herzensbeugung vor Gott.
- Ein rechtes Fasten verstärkt die Ernsthaftigkeit meines Anliegens vor Gott.
- Zum rechten Fasten gehört die Bereitschaft zur Konzentration aller inneren Kräfte um nach Gott und seinen Wegen zu fragen.
Ein rechtes Fasten ist eines der Dinge, bei denen der Körper sein Mitgefühl für das zeigt, was der Geist auferlegt hat; es ist ein Ausdrucksmittel für unser Verlangen, niedrig und in einer Haltung der Demut vor Gott zu sein.




